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Was ist Passendale Käse? Ein belgischer Klassiker mit roter Rinde

·Von Herriaan Franssen·4 Min Lesedauer

Passendale ist ein belgischer halbharter Käse mit einer markanten roten Rinde und einem cremigen, milden Geschmack. Benannt nach dem westflämischen Dorf Passendale bei Ypern, gilt dieser Käse in Belgien als echter Klassiker auf dem Butterbrot und der Wurst- und Käseplatte. Wer ihn zum ersten Mal probiert, verfällt meist der Kombination aus einem geschmeidigen, leicht elastischen Innenleben und einem weichen, heuartigen Abgang.

In diesem Artikel erfährst du, woher Passendale stammt, wie er schmeckt, ob du die Rinde essen kannst und womit er sich am besten kombinieren lässt.

Halfharde kazen met rode korst rijpen op houten planken, vergelijkbaar met Passendale kaas
Foto: Magda Ehlers via Pexels

Herkunft: ein flämischer Abteistil

Der Käse verdankt seinen Namen dem Dorf Passendale in der flämischen Westhoek, einer Region, die weltweit durch den Ersten Weltkrieg bekannt wurde. Der Käse selbst ist jünger: Er wurde in den achtziger Jahren im Auftrag der Molkereigenossenschaft Passendale entwickelt, mit dem Ziel, einen unverwechselbaren flämischen Käse im Abteistil zu schaffen. Die rote Wachsschicht, die rundliche Form und die weiche Rinde erinnern optisch an alte Trappistenkäse, doch Passendale wird aus pasteurisierter Kuhmilch hergestellt und ist damit streng genommen kein Klosterprodukt.

Der Käse reift etwa vier bis sechs Wochen in Trockenräumen und wird regelmäßig gewendet. Dadurch bleibt das Innenleben geschmeidig und der Geschmack entwickelt sich behutsam, ohne scharfe Spitzen.

Geschmack und Textur

Passendale hat ein elfenbeinfarbenes, leicht offenes Innenleben mit kleinen unregelmäßigen Löchern. Der Fettgehalt liegt bei rund 50 Prozent in der Trockenmasse, was dem Käse sein typisch cremiges Mundgefühl verleiht. Der Geschmack ist mild und buttrig mit einem Hauch von Heu und Nuss. Er wird nie scharf, auch nicht wenn er etwas älter ist, und ist daher eine sichere Wahl für alle, die zugängliche Käse mögen.

Von der Textur her liegt Passendale zwischen einem jungen holländischen gereiften Käse und einem französischen Saint Paulin. Geschmeidig unterm Messer, nicht bröckelig und angenehm weich bei Zimmertemperatur. Nimm den Käse eine halbe bis eine Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank, dann entfaltet sich das Aroma richtig.

Ist die Rinde von Passendale essbar?

Eine häufig gestellte Frage: Ja, die Rinde von Passendale ist grundsätzlich essbar, aber die meisten Menschen schneiden sie ab. Die rote Schicht ist eine dünne Wachsschicht, die zum Schutz und zur Wiedererkennung über die natürliche Käserinde aufgetragen wird. Das Wachs selbst solltest du nicht schlucken. Die innere Rinde, die direkt am Käsekörper anliegt, ist hingegen essbar und hat einen etwas festeren, erdigen Charakter als der übrige Käse.

In der Praxis: Schneide einfach eine dünne Scheibe inklusive Rinde ab und probiere sie. Gefällt dir der Biss, kannst du die Rinde mitessen. Ist die Textur zu zäh für deinen Geschmack, schneidest du sie künftig einfach weg. Kein Richtig oder Falsch.

Rustieke kaasplank met diverse kazen, druiven, vijgen en walnoten, ideaal om Passendale kaas te serveren
Foto: Jez Timms via Unsplash

Wie servierst du Passendale?

Dank seines milden Profils ist Passendale eine ausgezeichnete Basis auf einer Käseplatte. Er dominiert nicht und lässt würzigeren Käsen den nötigen Raum. Ich selbst nutze ihn gerne als ruhigen Gegenpol neben einem Blauschimmelkäse oder einem kräftigen Ziegenkäse.

  • Wurst- und Käseplatte: zusammen mit Trauben, Walnüssen und einem guten Bauernbrot. Ein dünnes Scheibchen Feigenbrot rundet das Ganze ab.
  • Als Butterbrot: klassisch mit einer Schicht Butter und etwas Senf oder einer dünnen Scheibe Räucherschinken.
  • Warm verarbeitet: Passendale schmilzt wunderbar. Zerkrümele ihn über gratinierten Chicorée oder verarbeite ihn in einer herzhaften Quiche.
  • Getränkekombination: Ein belgisches Blondbier oder ein leichter Weißwein wie Pinot Blanc passt prima dazu. Für Feinschmecker: ein Glas Westmalle Dubbel.

Du möchtest mehr Ideen für Kombinationen? Dann schau dir unseren Leitfaden zu Käse und Wein an oder lies unsere Tipps zum Käse aufbewahren, damit er optimal bleibt.

Ähnliche Käse

Wenn dir Passendale schmeckt, sind diese Käse ebenfalls einen Versuch wert:

  • Chimay Poteaupre: ein belgischer Trappistenkäse mit mehr Charakter und echter Abteiprovenienz.
  • Saint Thibaud: französischer Rotflorakäse mit einem runderen, etwas kräftigeren Geschmack.
  • Le Campagnier: ein französischer Bauernkäse für alle, die es mild mögen, aber etwas mehr Cremigkeit suchen.

Selbst probieren?

Bei Cheese In A Box haben wir Passendale und seine belgischen Nachbarn frisch geschnitten im Sortiment. Du kannst sie einzeln online bestellen oder in einer Probierbox mitnehmen.

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