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Was ist Grana Padano?

·Von Herriaan Franssen·7 Min Lesedauer

Grana Padano, einer der meistverkauften Käse Italiens, wird in den Niederlanden oft unter dem allgemeinen Begriff „Parmesankäse“ verkauft. Aber ist Grana Padano dasselbe wie Parmigiano Reggiano? Nicht ganz. Wir erklären, was Grana Padano genau ist, worin der Unterschied zum Parmesankäse liegt und wofür du ihn am besten verwendest.

Frisch geriebener Grana Padano über einer selbstgemachten Pizza

Was ist Grana Padano genau?

Grana Padano ist ein italienischer harter, lang gereifter Kuhmilchkäse mit DOP-Status (Denominazione di Origine Protetta). Der Name leitet sich vom Wort grana ab, das auf Italienisch „Korn“ bedeutet, ein Verweis auf die körnige, granuläre Struktur, die für diese Käsefamilie typisch ist. Padano verweist auf die Po-Ebene (Pianura Padana), aus der der Käse stammt.

Grana Padano wird in einem großen Teil Norditaliens produziert: vor allem in der Lombardei, im Piemont, in Venetien, der Emilia-Romagna und der Provinz Trient. Dieses Produktionsgebiet ist deutlich größer als das seines berühmten Verwandten Parmigiano Reggiano, und das ist einer der wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Käsen.

Ist Grana Padano dasselbe wie Parmesankäse?

Eine Frage, die man im Supermarkt oder beim Käsehändler oft hört. Die Antwort: Nein, Grana Padano ist nicht dasselbe wie Parmigiano Reggiano, aber sie ähneln sich und sind in Stil und Verwendung vergleichbar. In den Niederlanden wird „Parmesankäse“ häufig als Sammelbegriff für beide verwendet.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

  • Produktionsgebiet: Parmigiano Reggiano stammt aus einem kleinen, fest definierten Gebiet (Parma, Reggio Emilia, Modena, Teile von Bologna und Mantua). Grana Padano kommt aus einem viel größeren Gebiet in der Po-Ebene.
  • Futter für die Kühe: Bei Parmigiano Reggiano darf das Futter kein Silage enthalten, nur Frischgras und Heu. Bei Grana Padano ist Silage erlaubt, was die Produktionskosten senkt.
  • Konservierungsmittel: Grana Padano darf Lysozym (E-1105, gewonnen aus Eiern) als natürliches Konservierungsmittel enthalten. Bei Parmigiano Reggiano ist das nicht der Fall.
  • Reifung: Grana Padano darf bereits nach 9 Monaten verkauft werden. Parmigiano Reggiano reift mindestens 12 Monate, oft deutlich länger (24 oder 36 Monate).
  • Geschmack: Grana Padano ist in der Regel milder, cremiger und weicher als Parmigiano Reggiano, der intensiver ist, mit ausgeprägten nussigen Noten und Kristallen bei längerer Reifung.
  • Preis: Grana Padano ist meistens günstiger.

Beide sind fantastische Käse, aber für unterschiedliche Momente. Mehr über den bekannteren Bruder erfährst du auf unserer Seite über Parmesankäse.

Wie wird Grana Padano hergestellt?

Der Prozess ähnelt stark dem von Parmigiano Reggiano, hat aber einige eigene Besonderheiten:

  • Halbentrahmte Kuhmilch: aus zwei Melkzeiten (Abendmilch und Morgenmilch).
  • Gerinnung: mit Kälberlab, in Kupferkesseln.
  • Riesenlaibe: ein Grana-Padano-Laib wiegt 24 bis 40 Kilo.
  • Salzbad: Die Laibe werden in Lake getaucht, manchmal bis zu 14 bis 30 Tage lang.
  • Reifung: mindestens 9 Monate, oft länger. Bei Langzeit-Reifungsvarianten kann das auf über 20 Monate ansteigen.
  • DOP-Zertifizierung: Nur Laibe, die die Qualitätskontrolle bestehen, erhalten das offizielle Brandzeichen.

Vergleichbarer gereifter Hartkäse aus der Schweiz: lies unseren Artikel über Emmentaler.

Die drei Reifungsstufen von Grana Padano

Grana Padano DOP kennt drei offizielle Klassen, die sich nach der Reifedauer richten:

  • Grana Padano (9-16 Monate): jung, mild und cremig. Gut zum Reiben, in Salaten oder zum frischen Genuss.
  • Grana Padano Oltre 16 Mesi (16+ Monate): vollmundig, kräftig und charaktervoller. Die süßen Noten treten deutlicher hervor.
  • Grana Padano Riserva (20+ Monate): intensiv, komplex, teils mit Kristallen. Ein echter Käse für Liebhaber, in der Intensität vergleichbar mit einem guten Parmigiano Reggiano.

Ist Grana Padano gesund?

Wie andere lang gereiften Kuhmilchkäse ist Grana Padano sehr nahrhaft. Einige Merkmale:

  • Eiweißreich: etwa 33 Gramm pro 100 Gramm.
  • Calciumquelle: Schon wenige Gramm decken einen spürbaren Teil deines täglichen Calciumbedarfs.
  • Laktose: Durch die lange Reifung praktisch nicht vorhanden, geeignet für die meisten Menschen mit leichter Laktoseempfindlichkeit.
  • Fett und Salz: relativ hoch. Am besten in Maßen genießen.

Grana Padano in der Schwangerschaft: erlaubt?

Ja, Grana Padano ist in der Schwangerschaft unbedenklich. Wie bei Parmigiano Reggiano macht die Kombination aus hohem Salzgehalt, langer Reifung (mindestens 9 Monate) und niedrigem Feuchtigkeitsgehalt es dem Listeria-Bakterium unmöglich zu überleben. Das gilt auch für Varianten aus Rohmilch.

Weiche, kurz gereifte italienische Käse und Blauschimmelkäse solltest du in der Schwangerschaft jedoch meiden. Im Zweifel: Etikett prüfen oder beim Käsehändler nachfragen.

Wozu passt Grana Padano?

Grana Padano ist sehr vielseitig und passt zu viel mehr als nur Pasta:

  • Gerieben über Pasta: der Klassiker. Besonders schön in milderen Pastasaucen, bei denen Parmigiano zu dominant wäre.
  • In Risotto: am Ende eingerührt für cremige Bindung.
  • Auf Pizza: frisch gerieben nach dem Backen, nicht darunter.
  • In Stückchen als Aperitivo: mit einem Glas Prosecco, Lambrusco oder einem schönen Pinot Grigio.
  • Auf der Käseplatte: kombiniere ihn mit Birnen, Weintrauben oder Feigenmarmelade.
  • In Suppen: eine Rinde Grana Padano in einer Minestrone oder Bohnensuppe, ein Tipp aus der italienischen Küche.

Tipp: Reibe Grana Padano immer kurz vor dem Servieren. Vorher geriebener Käse aus der Tüte verliert schnell sein Aroma und wird leicht muffig.

Unsere italienischen Käse

Derzeit führen wir bei Cheese In A Box keinen Grana Padano in unserem festen Sortiment, aber die meisten vergleichbaren Gerichte und Anlässe gelingen genauso gut, oft sogar besser, mit Parmigiano Reggiano. Für echte Liebhaber eine klare Empfehlung.

Möchtest du eine breitere italienische Auswahl entdecken? Probiere auch unseren Pecorino (Schafskäse, für Pasta-Klassiker wie Cacio e Pepe und Carbonara) oder die italienischen Blauschimmel-Ikonen Gorgonzola und Gorgonzola Dolce.

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