Burrata: seit etwa zehn Jahren auf Restaurantkarten zu finden und immer noch neu genug, dass viele Menschen nicht genau wissen, was es ist. Eine Kugel, die aussieht wie Mozzarella, beim Aufschneiden aber eine cremige Überraschung preisgibt. Was ist Burrata genau, wie unterscheidet sie sich von Mozzarella, und darf man sie in der Schwangerschaft essen? Wir erklären es.

Was ist Burrata genau?
Burrata ist ein frischer italienischer Käse aus Apulien, im Süden Italiens, genauer gesagt aus der Gegend um Andria, dem Käse-Herz der Region. Der Name leitet sich vom italienischen burro ab: Butter. Eine Anspielung auf die butterweiche, cremige Füllung, die diesem Käse seinen Charakter verleiht.
Von außen ähnelt Burrata frappierend einer Mozzarellakugel: eine dünne, elastische Schicht Pasta filata (die gezogene Käsemasse, aus der auch Mozzarella besteht). Aber wenn du eine Burrata aufschneidest, passiert etwas Besonderes: Sie öffnet sich und eine cremige, fadenartige Füllung fließt heraus. Diese Füllung heißt Stracciatella: lockere Mozzarellastückchen gemischt mit Sahne.
Burrata wurde erst 1956 erfunden. Im Vergleich zu den jahrhundertealten italienischen Käseklassikern ist sie also ein echter Newcomer. Der Käsemacher soll mit Resten der Mozzarellamasse und Sahne begonnen haben, eine clevere Methode, nichts wegzuwerfen. Heute ist sie ein weltweiter kulinarischer Star.
Ein gereifter Verwandter aus der Pasta-Filata-Familie: lies unseren Artikel über Provolone.
Was ist der Unterschied zwischen Burrata und Mozzarella?
Auf den ersten Blick zwei weiße Kugeln, doch das Erlebnis ist völlig verschieden:
- Mozzarella: eine vollständig feste, elastische Pasta-filata-Kugel. Gleichmäßig durch und durch. Leicht milchig-salziger Geschmack.
- Burrata: dieselbe Pasta-filata-Hülle außen, innen jedoch gefüllt mit Stracciatella und Sahne. Viel cremiger und reichhaltiger im Geschmack. Beim Aufschneiden „läuft“ sie aus, ein dramatischer Moment am Tisch.
Wenn Mozzarella eine ruhige Sopranistin ist, dann ist Burrata die ganze Oper. Für die Basis eines Caprese oder einer Pizza Margherita nimmst du Mozzarella. Für ein Statement-Vorspeise auf einem Teller mit guten Tomaten, Birne oder gerösteten Pilzen: Burrata. Mehr über Mozzarella erfährst du auf unserer Seite was ist Mozzarella.
Wie wird Burrata hergestellt?
Der Herstellungsprozess verbindet Pasta-filata-Handwerk mit manueller Assemblage:
- Die Hülle: Kuhmilch (manchmal Büffelmilch) wird gekäst, geschnitten und in heißem Wasser zu einer elastischen Pasta-filata-Masse geknetet, genau wie bei Mozzarella.
- Formen: Aus dieser Masse wird ein kleiner „Beutel“ geformt, als würde man einen Ballon falten: oben ein Knoten, unten eine Höhlung.
- Die Füllung: In diese Höhlung kommt Stracciatella (gerissene Mozzarellastücke) gemischt mit frischer Sahne.
- Verschließen: Der Beutel wird oben zugeknotet, daher der typische „Knoten“ oder „Zipfel“, den man an einer Burrata sieht.
- Verpacken: In der eigenen Molke oder leicht gesalzenem Wasser. Für das beste Ergebnis innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach der Herstellung genießen.
Stracciatella, Burrata oder Mozzarella: drei verwandte Käsesorten
Ein kurzer Leitfaden, um sie auseinanderzuhalten:
- Mozzarella: eine feste Pasta-filata-Kugel. Innen vollständig massiv.
- Stracciatella: die lockere, cremige Füllung einer Burrata, Mozzarellastückchen in Sahne. Auch einzeln erhältlich, perfekt über Pizza oder Pasta.
- Burrata: Mozzarellahülle mit Stracciatella darin. Das Beste aus beiden Welten.
Nicht zu verwechseln mit der italienischen Stracciatella alla romana (einer römischen Eiersuppe mit Parmesan) oder Stracciatella-Eis (Schokoladensplitter in Vanilleeis). Drei völlig verschiedene Dinge, die zufällig alle „Stracciatella“ heißen.
Ist Burrata gesund?
Burrata ist kein leichter Käse:
- Eiweiß: 15 bis 18 Gramm pro 100 Gramm. Solide.
- Fett: 20 bis 25 Gramm pro 100 Gramm, deutlich mehr als Mozzarella, bedingt durch die zugefügte Sahne.
- Kalzium: gute Quelle, vergleichbar mit anderen frischen Kuhmilchkäsen.
- Laktose: enthält Laktose. Burrata ist keine Option für Menschen mit starker Laktoseintoleranz. Gereifte Käse wie Parmigiano Reggiano oder Pecorino sind dann die bessere Wahl.
- Frisch und kurz haltbar: das genaue Gegenteil eines lang gereiften Käses. Der Geschmack verändert sich innerhalb von 48 Stunden nach dem Öffnen.
Es ist ein Käse, den man bewusst genießen sollte, für ein besonderes Gericht, nicht für den täglichen Gebrauch.
Burrata in der Schwangerschaft: was wird empfohlen?
Dasselbe Prinzip wie bei Mozzarella: Entscheidend ist die Pasteurisierung.
- Pasteurisierte Burrata: in der Schwangerschaft unbedenklich. Die Pasteurisierung der Milch tötet eventuelle Listerien ab.
- Rohmilch-Burrata (oft handwerkliche italienische Varianten): meiden. Der hohe Feuchtigkeitsgehalt und die zugefügte Sahne können ein günstiges Umfeld für Listerien schaffen.
Prüfe immer das Etikett auf „pastorizzato“ oder „pasteurisiert“. Viele italienische Feinkostläden verkaufen handwerkliche Rohmilch-Burrata, die ist herrlich, aber in der Schwangerschaft nicht geeignet. Eine sichere Alternative für die italienische Küche: Wähle einen gereiften Hartkäse wie Parmigiano Reggiano.
Lies auch unseren Artikel über Käse in der Schwangerschaft — wir erklären pro Käsesorte, was sicher ist.
Wozu passt Burrata?
Burrata ist der Star auf dem Teller. Einige klassische und moderne Kombinationen:
- Mit Tomaten: die einfachste und beste Kombination. Sonnengereifte Tomaten, gutes Olivenöl, Basilikum, Salz und Pfeffer. Manchmal ein Hauch Balsamico-Glaze. Fertig.
- Mit Pfirsich oder Feige: süße Steinfrüchte und Burrata sind eine überraschend gute Kombination, besonders im Sommer.
- Auf geröstetem Gemüse: Kürbis, Paprika, Zucchini, Knollensellerie. Das warme Gemüse lässt die Außenseite leicht schmelzen.
- Auf Pizza: nach dem Backen. Burrata darf nicht mitgebacken werden, sonst geht die typische Textur verloren. Lege sie ganz auf die heiße Pizza, damit sie langsam aufgeht.
- Auf Pasta: eine ganze Burrata mittig auf einem Pastgericht (besonders einfache Pasta mit Tomatensauce). Am Tisch aufschneiden.
- Mit gutem Schinken: Prosciutto di Parma oder San Daniele.
- In einem Salat: mit Rucola, Birne, Walnüssen und einem Honig-Senf-Dressing.
Wichtiger Tipp: Serviere Burrata immer bei Zimmertemperatur. Nimm sie 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank, kalte Burrata schmeckt nach nichts.
Mehr Inspiration in unserem Artikel über die perfekte Käseplatte.
Unsere italienischen Käsesorten
Frische Burrata führen wir bei Cheese In A Box nicht in unserem festen Sortiment. Wie bei Mozzarella erfordert frische Burrata eine tägliche Lieferkette, die nicht zu unserer Fresh-cut-on-order-Arbeitsweise passt. Wer zu Hause eine italienische Käseplatte zusammenstellen oder ein Pasta-Fest feiern möchte, findet bei uns aber andere Klassiker:
- Parmigiano Reggiano, der König der italienischen Käse, lang gereift und intensiv.
- Pecorino, italienischer Schafskäse, ein Klassiker zu Pastagerichten.
- Gorgonzola Dolce und Gorgonzola, die ikonischen italienischen Blauschimmelkäse.
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